Interview Fr. Schulte-Berthold SSK Vennhausen

Petra Schulte-Berthold

Vennhausen lebt (H.Grundmann) hat ein Interview mit Frau Petra Schulte-Berthold geführt, die in der Filiale der Stadtsparkasse in Vennhausen als Individualkundenberaterin fungiert.

1.  Frage: Mein ganzes Leben begleitet mich die Stadtsparkasse Düsseldorf, seit über 30 Jahren die Zweigstelle auf der Vennhauser Allee. Seit wann gibt es diese Zweigstelle?

Eine genaue Jahreszahl konnten wir nicht ermitteln. Nach unseren Unterlagen müsste aber die Zweigstelle auf der Vennhauser Allee in den 1950er Jahren eröffnet worden sein.

2. Frage: Schon immer an dem heutigen Standort?

Nein bis zum 13. Dezember 1981 war die Geschäftsstelle in der Vennhauser Allee 208 untergebracht. Danach war der Standort auf der Vennhauser Allee weiterhin, aber in der Nummer 203.

3. Frage: Seit wann sind Sie selber bei der Sparkasse und seit wann in Vennhausen?

Ich habe meine Lehre am 01.08.1985 bei der Stadtsparkasse Düsseldorf begonnen und bin seit ca. 30 Jahren hier in der Geschäftsstelle.

4. Frage: Das Online-Banking ersetzt mittlerweile eine Vielzahl der persönlichen Kontakte mit Mitarbeitern. Wie stellen sich die Stadtsparkasse und Ihre Zweigstelle darauf ein?

Die Stadtsparkasse Düsseldorf hat am 1. Juli 1996 ihr Angebot um das Online-Banking ergänzt. Bis dahin war es zwingend notwendig, alle Arten von Finanztransaktionen in einer Geschäftsstelle der Stadtsparkasse Düsseldorf zu erledigen. Seit 1996 hat das Online-Banking rasante Zuwachsraten zu verzeichnen. Aktuell sind fast 60 Prozent aller privat geführten Girokonten Online-Konten. Wir gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2025 75 Prozent aller Girokonto online geführt sein werden. Die Stadtsparkasse Düsseldorf hat sich dem technischen Wandel immer gestellt. Aktuell ist es die Digitalisierung, die das Bankgeschäft weiter verändern wird. Die Stadtsparkasse Düsseldorf hat in den vergangenen Jahren die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt, um beispielsweise über das Internet und über Apps den Kunden einen weiteren Zugang zur Stadtsparkasse Düsseldorf zu ermöglichen. Diese Veränderungen haben direkte Auswirkungen auf das Geschäftsstellennetz der Stadtsparkasse Düsseldorf bis heute gehabt. Die Kundenfrequenz in den Geschäftsstellen ist in den letzten 15 Jahren deutlich zurückgegangen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht war es daher notwendig, zahlreiche Geschäftsstellen zu schließen. Die Stadtsparkasse Düsseldorf bleibt aber weiterhin das Kreditinstitut, das die meisten Filialen im Stadtgebiet auch in Zukunft unterhalten wird. Allerdings steht in diesen Geschäftsstellen künftig die Beratung im Vordergrund, während Service-Dienstleistungen fast ausschließlich über die Mediale Filiale abgewickelt werden.

5. Frage: Auch die Stadtsparkasse Düsseldorf sieht sich durch das veränderte Kundenverhalten gezwungen, das Zweigstellennetz auszudünnen. Ist Vennhausen aus Ihrer Sicht davon betroffen?

Die Geschäftsstelle in Vennhausen wird auch in Zukunft als stationärer Standort der Stadtsparkasse Düsseldorf erhalten bleiben. Als Privatkundencenter steht hier vor allen Dingen die Beratung im Kreditgeschäft und in der Beratung von Anlagen für Privatkunden im Mittelpunkt.

6. Frage: Was sind die Gründe dafür?

Die Geschäftsstelle in Vennhausen wird als Privatkundencenter von vielen Kunden nach wie vor aufgesucht. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass auch in den nächsten Jahren der Standort hier in der Vennhauser Allee erhalten bleibt.

7. Frage: Wo liegen die Schwerpunkte des heutigen Geschäfts?

In meinem Bereich fällt hauptsächlich die ganzheitliche Beratung von Privatkunden rund um Geldanlagen und Kredite.

8. Frage: Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklung von Vennhausen?

Auch in Vennhausen sind in letzter Zeit viele Veränderungen vonstatten gegangen. Dank der Initiative Vennhausen lebt, hat sich bereits vieles zum positiven verändert. Ich sage nur Netto oder der kleine Markt. Ich bin auch zuversichtlich, dass bald eine Lösung zum abgebrannten Geschäft/Wohnhaus gibt. Ebenso nehme ich wahr, dass es nach und nach eine „Verjüngerung“  der Vennhauser Bevölkerungsstruktur gibt, was ich für sehr positiv halte. Es sind in letzter Zeit neue Wohngebiete erschlossen worden und weitere in Planung, was ich als sehr positives Zeichen sehe.

9. Frage: Gibt es hier Unterschiede zu den Nachbarstadtteilen Unterbach, Eller oder Gerresheim?

Ich sehe den größten Unterschied darin, dass durch die einzelnen kleinen Siedlungen hier jeder jeden kennt, sich gegenseitig unterstützt und hilft.

Die Mobilität – in Sachen eigenes Auto – ist meiner Meinung nach beim größten Teil der älteren Bewohner nicht so ausgeprägt, sodass ein mal eben nach Gerresheim oder Eller fahren nicht so einfach ist. Die Einkaufsmöglichkeiten, Ärzteauswahl, Gaststätten, Restaurants und Freizeitgestaltung ist nicht so breit gefächert bzw. sehr eingeschränkt.

10. Frage: Haben sie den langen Leerstand in der ehemaligen Kaisers-Immobilie gemerkt?

Auf jeden Fall. Man hatte teilweise das Gefühl, Vennhausen ist wie ausgestorben.

Positiv war, es gab mehr freie Parkplätze für unsere Kunden.

11. Frage: Hat sich durch den neuen Netto hier etwas verändert?                     

Auch diese Frage kann ich mit „ja“ beantworten. Mag sich zwar blöd anhören, aber die Lebensqualität ist gestiegen und man merkt, wie der Laden angenommen wird. Jetzt sieht man den ein oder anderen Kunden wieder häufiger, auch in unserer Geschäftsstelle.

12. Frage: Die Zinsen sind seit Jahren auf einem historisch niedrigen Niveau. Sehen Sie hier Anzeichen für eine Änderung?

Ihre Beobachtung ist völlig zutreffend. Seit der Finanzmarktkrise 2007/2008 sind die Zinsen sowohl für Kredite als auch für Einlagen deutlich runtergegangen. Für einen Kreditnehmer ist dieses sicherlich von großem Vorteil, weil der Kapitaldienst damit deutlich günstiger ausfällt als in der Vergangenheit. Allerdings bedeutet das für den Sparer, der ausschließlich auf das konventionelle Sparbuch setzt, dass faktisch keine Erträge mehr erzielt werden. Im Gegenteil: Nach Berücksichtigung der Inflationsrate verringert sich sogar der Kaufwert der Spareinlage. Hier ist es sinnvoll, in einem Beratungsgespräch Wege zu analysieren, welche Alternativen es gibt, um über andere Produkte sein Anlagevermögen zu mehren.

13. Frage: Seit Jahren steigen auch und gerade in Vennhausen die Immobilienpreise. Ist hier ein Ende in Sicht oder wird die Entwicklung so weitergehen?

Vennhausen teilt das Schicksal der meisten Stadtteile in Düsseldorf: Die Bevölkerung wächst, das Angebot an Immobilien hält damit aber nicht Schritt. Die Folge sind steigende Immobilienpreise. Aktuell kann ich nicht erkennen, dass sich dieser Trend in naher Zukunft ändern wird.

14. Frage: Haben Sie Wünsche an Vennhausen und/oder die Vennhauser?

Ich habe mich von Anfang an richtig wohl in Vennhausen gefühlt, wurde von den Vennhauser Kunde gut aufgenommen und freu mich sehr über die persönliche Wertschätzung, die mir entgegen gebracht wird. Ich wünsche mir, dass es in der Zukunft so bleibt.
Gleichzeitig kann ich sehr gut verstehen, wenn die Vennhauser für den Verbleib der SERVICE-Dienstleistung in ihrer Sparkasse in ihrem Stadtteil kämpfen.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Beantwortung der Fragen und hoffen das auch weiterhin die Zweigstelle in Vennhausen erhalten bleibt.

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